Release am 5. Juni 2025, ein Preis von mindestens 470 Euro und Mario Kart World als Launch-Titel: Die wichtigsten Fakten zur Switch 2 hat Nintendo Anfang April im Rahmen einer gut 60-minütigen Direct-Ausgabe bekannt gegeben.
Auch ich habe mir den Stream angeschaut – allerdings nicht vor dem heimischen Rechner, sondern auf der Nintendo Switch 2-Experience in Paris. Dort durfte ich die neue Konsole nach dem Live-Stream genau unter die Lupe nehmen und natürlich ausprobieren.
Hier gibt's die schnelle Zusammenfassung in 45 Sekunden:
0:45
Wir haben die Nintendo Switch 2 ausprobiert - hier ist der Ersteindruck in 45 Sekunden!
Mehr Komfort trotz des größeren Formfaktors
Die Nintendo Switch 2 ist größer, das fällt beim Erstkontakt sofort auf – aber positiv. Während ich die Joy-Con der ersten Switch etwas zu fummelig-klein fand, sind die Dimensionen der Joy-Con 2 zumindest für meine Hände nun wesentlich angenehmer.
Das liegt unter anderem an den größeren Analogsticks, von denen meine Daumen nicht mehr so leicht abrutschen. Und an den gewachsenen Schultertasten der (abgekoppelten) Joy-Con, die die Bezeichnung "Schultertasten" nun auch endlich verdient haben.
Alle weiteren Knöpfe gleichen hingegen sehr denen der ersten Switch-Modelle, vor allem aufgrund ähnlicher Druckpunkte. Auch bei der allgemein stabilen Verarbeitung beziehungsweise dem verbauten Plastik hat sich dem ersten Eindruck nach nichts Wesentliches geändert.
Da die Switch 2 gewichtstechnisch im Vergleich zur OLED-Switch ein paar Gramm abgespeckt hat, liegt sie trotz ihrer Größe recht locker und nicht zu schwer in den Händen. Ob das auch für längere Sessions gilt, muss sich natürlich erst noch zeigen.
Der Bildschirm: Kein OLED, aber nicht weit davon entfernt
Als ich die Switch 2 zum ersten Mal im Handheld-Modus gehalten habe, fiel mein Blick natürlich sofort auf das ebenfalls wesentlich ausladendere, 7,9 Zoll-Display. Da während der Direct angekündigt wurde, dass "nur" ein LCD-Bildschirm verbaut ist, war ich zuerst etwas enttäuscht. Mein Live-Eindruck schwächte diese Enttäuschung allerdings wieder ab.
Zwar fehlt der ganz große Wow-Faktor, den ich damals beim ersten Anschalten des OLED-Modells der Switch 1 hatte, der Switch 2-Screen muss sich jedoch nicht verstecken. Er ist dank einer 1080p-Auflösung sehr scharf, die Farben werden gut dargestellt und die Helligkeit ist deutlich höher als bei der Switch 1 – kein Wunder, schließlich wird ja auch HDR unterstützt.
Mir fiel er beim Anzock-Event jedenfalls eher positiv als negativ auf – auch wenn ich mir schon jetzt für die Zukunft ein Switch 2 OLED-Modell wünsche. Damit die Farben in Kombination mit HDR dann so richtig kicken!
Magneten und Klappen
Ein echtes Upgrade ist die neue Magnetfunktion der Joy-Con 2. Vorbei sind die Zeiten des umständlichen Schienen-Schiebens – die beiden Switch 2-Controller klacken jetzt ohne viel Zutun an die Seiten des Displays.
Das fühlt sich beim Ausprobieren vor allem wegen des satten Geräuschs, das ihr aus den ganzen Switch-Werbespots seit Jahren kennt, richtig befriedigend an. Und einmal am Gerät befestigt, sitzen die Joy-Con 2 tatsächlich bombenfest.
Durch die Position des "Lösen"-Buttons auf der Rückseite ist auch nahezu ausgeschlossen, dass ihr die Joy-Con 2 versehentlich abkoppelt. Zumal gleichzeitig auch noch gezogen werden muss, bis sie sich vom Display entfernen.
Beim ausklappbaren Standfuß der Switch 2 war ich zudem zunächst skeptisch, in den Video-Clips von Nintendo und auf Bildern wirkte das Teil bislang etwas fragil.
Diese Sorge hat sich beim Ausprobieren in Luft aufgelöst. Der Fuß fühlt sich fast schon so stabil wie Metall an – ist aber aus Plastik – und bietet einen angenehm strengen Widerstand beim Ausklappen und Verstellen der Position. In Langzeittests wird sich dann aber erst so richtig zeigen, ob das auch auf Dauer so bleibt.
Zum Dock der Switch 2 kann ich allerdings nicht allzu viel sagen, denn die Docking Stations befanden sich auf dem Event stets in Glaskästen mit kleinen Lüftungsschlitzen. Wie laut der zusätzliche Lüfter im Dock aufdreht oder wie wahrnehmbar er ist, kann ich daher noch nicht sagen. Auch da die generelle Lautstärke auf dem Switch 2-Event ziemlich hoch war.
Generell wirkt das Dock aber so wie die Konsole auch: größer und etwas wuchtiger, ohne dabei klobig zu wirken. Außerdem gab es keine Möglichkeit, das Hauptmenü der Konsole zu sehen oder die neue Chat-Funktion auszuprobieren.
Den Gamechat, wie Nintendo die neue Sprach- und Video-Funktion nennt, seht ihr hier aber im Trailer:
5:07
Die Switch 2 will euch Multiplayer-Spiele mit ganz besonderen Chat-Features versüßen
Außerdem gibt es bereits ein paar Videos und Bilder zur Systemoberfläche der Switch 2, die Nintendo nach der Direct veröffentlicht hat:
Link zum BlueSky-Inhalt
Mausgezeichnet!
Wesentlich mehr gibt es zur lange spekulierten und jetzt endlich offiziell bestätigten Maus-Funktion der Joy-Con 2 zu sagen. Die war für mich nämlich eine extrem positive Überraschung, weil ich nicht damit gerechnet hätte, dass die Erkennung und Kontrolle damit derart gut funktioniert.
Ich konnte die Funktionalität unter anderem in extra dafür ausgelegten Minispielen von Mario Party: Jamboree sowie bei Metroid Prime 4: Beyond ausprobieren und war wirklich angetan, wie gut die verbauten Gyroskop- und Laser-Sensoren hier tatsächlich das Gefühl vermitteln, man würde mit einer klassischen Maus über den Tisch flitzen und gleichzeitig eine Bewegungssteuerung nutzen.
Klicken, ziehen, hochnehmen, absetzen – das funktioniert quasi ab der ersten Sekunde sehr intuitiv.
Das magnetische HD-Rumble unterlegt manche Klicks zudem mit einem sehr schönen haptischen Feedback. Etwa als ich Briefe in passende Postfächer in einem Mario Party-Minispiel gezogen habe. Das macht das Ganze für mich zu einem Highlight, mit dem ich vorher nicht gerechnet hätte.
So gut die Erkennung auch funktioniert, hat die Mausfunktion allerdings auch ein paar Nachteile: Für den bestmöglichen Effekt braucht man trotz kleiner Gummi-Gleiter an den Joy-Con 2 eine möglichst plane und glatte Oberfläche. Beim Event lagen bei den entsprechenden Stationen große Mauspads aus.
Laut Nintendo sollen die Joy-Con-Mäuse zwar sogar auf der eigenen Hose gut funktionieren – ja, wirklich – meinen ersten Eindrücken nach kann ich das aber nicht wirklich bestätigen, da die Eingabeerkennung schlechter funktionierte.
Mein größter Kritikpunkt: Die Hand liegt aufgrund der Hochkant-Form der Joy-Con-Mäuse nicht so natürlich auf wie bei einer "normalen" PC-Maus. Gerade bei längeren Sessions sehe ich hier eine Gefahr von Handgelenksschmerzen.
Ein kurzer Peripherie-Check
Pünktlich zum Launch erscheinen auch zwei Zubehörteile für die Nintendo Switch 2. Eine USB-Kamera und ein Pro-Controller. Und beide konnte ich auf dem Event in Paris kurz in Augenschein nehmen. Die Kamera macht verarbeitungstechnisch einen soliden Eindruck, allerdings fällt beim Probespiel auf, dass die Auflösung nicht die allerbeste ist und auch die Erkennung noch ein paar Probleme hat.
Gesichter werden schnell erfasst, allerdings wies mich das System mehrfach darauf hin, dass ich mich entweder näher vor den Bildschirm stellen soll oder weiter davon weg – immer im Wechsel. Das mag natürlich der Raumsituation oder den Lichtverhältnissen auf dem Event geschuldet sein, mein erster Eindruck ist aber eher durchwachsen.
Positiver gestimmt bin ich stattdessen vom überarbeiteten Pro-Controller. Der liegt dank minimal geschrumpfter Abmessungen noch einmal besser in der Hand, bietet eine etwas softere Oberfläche als sein Switch 1-Pendant und macht in jeder Hinsicht einen sehr wertigen Eindruck.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Schultertasten sind immer noch digital und können nicht analog dosiert werden, weswegen ich den saftigen Aufpreis im Vergleich zum Vorgänger-Modell nicht wirklich nachvollziehen kann. In Sachen Features gibt es nämlich eigentlich nur einen Klinkenanschluss und den Switch 2-exklusiven C-Knopf für ein besseres Multiplayer-Erlebnis zu vermelden.
Ausprobiert habe ich übrigens auf der Switch 2 auch so einige Spiele. Dazu findet ihr hier meine Previews:
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.