Achtzehntes Jahrhundert: Henry Blake, einst stolzer Offizier der Royal Navy, wird bei einem Gefecht verraten und gerät in Gefangenschaft. Vier Jahre fristet er in einem düsteren Kerker sein Dasein, bis ihm ungewöhnliche Freunde am Tag seiner Hinrichtung zur Flucht verhelfen. Seine wiedergewonnene Freiheit wird fortan mit einem blutigen Rachefeldzug ausgefüllt.
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Das ist die Grundgeschichte zu Gamelofts Actionspiel BackStab, das Nutzer von Sonys Xperia Play schon seit April kennen. Die iPhone- und iPad-Umsetzung ist eine Portierung des Originals und erfreulicherweise als Dualversion erschienen. Der Titel orientiert sich spielerisch grob an Assassins´s Creed. Die Geschichte folgt Henry Blake, der alte Weggefährten befreit, ein eigenes Pferd erhält, bei Händlern gefundenes Hab und Gut veräußert, sich als Auftragsmörder verdingt und sogar mit dubiosen Piraten zusammentrifft. Echte Schleicheinlagen wie bei AC gibt es indes nicht: Das Spieltempo bleibt zu jeder Zeit hoch. Unterbrochen wird das Spiel durch gelegentliche Minispieleinlagen. Ob ihr nun Hasen für ein Mittagessen erschlagen müsst (ein ehrenvoller Job für einen ehemaligen Offizier) oder mit Kanonen feindliche Schiffe versenkt – ständig gibt es etwas zu tun für Blake, bis er schlussendlich Rache nehmen darf.
Bei einem Actiontitel ist die Steuerung neben der Technik der wichtigste Schlüssel zum Spielspaß. Gameloft hat hier nichts verkehrt gemacht und die Steuerung einfach gehalten. In der Standardeinstellung befindet sich auf der linken Bildhälfte die Fläche für die Kontrolle über Blake selbst, rechts wird die Kamera und somit der Blickwinkel gedreht. Im Kampf herrscht wildes Button-Mashing vor, es sei denn, es gelingt, einen Feind von hinten unerkannt anzugreifen. Dann wird der Angriff-Button rot und Henry setzt zu einem rüden Stealth-Kill an. Hin und wieder kann eine Zeitverlangsamung eingesetzt werden. Dann färbt sich das Bild bläulich und Henry schnetzelt sich wüst durch die Feindeshorden. Leider verfällt das Spiel nach einer Auseinandersetzung sehr oft in Hektik, da man meist sofort von mehreren Gegnern verfolgt wird und über die Dächer zu fliehen versucht. Das beliebte Prinzip des Anschleichens wird damit zu stark ausgehebelt, da es im Grunde verschwendete Zeit ist. Hier hätte man Tempo rausnehmen sollen, um dem Spieler mehr Möglichkeiten zu geben. Bei Klettereinlagen wähnt man sich in Gesellschaft des persischen Prinzen: Mit dem Stick steuert ihr von Balken zu Balken oder behände die Wände der Häuser hinauf.
Technisch ist das Programm in den ersten Minuten ein Genuss. Blake - zu Beginn noch in Uniform und mit langen Haaren – bewegt sich durch eine unter Beschuss liegende Stadt. Feuersbrünste brechen aus, Kanonenfeuer donnert durch die virtuelle Nacht. Zahlreiche Details auf Kleidung und Waffen erfreuen das Auge, das später verfügbare Pferd ist klasse animiert und erinnert mehr als einmal an Epona aus dem Nintendo-Klassiker Ocarina of Time. Auf den zweiten Blick fallen jedoch heftige Bildstotterer auf, und wenn man den fünfhundertsten gleich aussehenden Gegner erschlagen hat, macht sich dezente Langeweile breit. Die Bürger der Städte haben sowohl den gleichen Vater als auch den gleichen Schneider – sprich, man begegnet einfach zu oft geklonten Charaktermodellen. Zudem schiebt Blake eine mehrstufige Grafikwand vor sich her. Auf dem iPhone bemerkt man das kaum, aber wenn sich Henry auf dem weit größeren iPad durch die Wildnis bewegt und auf ein Gebäude trifft, ist deutlich zu erkennen, wie sich eine neue Texturtapete auf das Konstrukt legt. Bewegt man seine Figur noch näher heran, schiebt sich sogar noch eine weitere darüber.
Dennoch ist BackStab auf dem iPad sehr viel beeindruckender geworden. Die Grafik bleibt nicht immer auf einem hohen Niveau (Stichwort: Kanonen-Minispiele), gefällt aber mit einigen schönen bis spektakulären Abschnitten. Eines muss Gameloft aber langsam mal einführen: Noch immer bewegen sich die Lippen der Charaktere in Dialogen nicht. Stattdessen wird wild gestikuliert, und das wirkt – mit Verlaub – wie eine Szene aus der legendären Augsburger Puppenkiste. Das Ganze ist mit soliden Sprechern in Englisch vertont und Deutsch untertitelt.
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