Final Destination: Parkplatz
New Kids Nitro darf fraglos Actionkomödie genannt werden, denn der Film besteht nicht nur ausschließlich aus stumpfen Albernheiten der Fünf. Zunächst geht es gegen gleichwertig Schwachsinnige ins Duell: Dave und seine Jungs werden im Wetttanzen, im Manta-Wettrennen und zur Prügelei herausgefordert. Ist das schließlich geschafft, geht es zusammen mit Waffengewalt gegen die untoten Friesen, was dementsprechend in einem bleilastigen Splatter-Showdown endet.
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Deutscher Trailer zu New Kids Nitro
Dass es gegen die von verstrahlter Kuhmilch verwandelten Zombies blutig wird, dürfte unter Nichtfans jedoch bloß der kleinstmögliche Aufreger sein. In Sachen Geschmacklosigkeiten zieht der Film wie schon der Vorgänger sämtlich Register: neben diversen Sex- und Ekelszenen wird vor nichts Halt gemacht. Kinder, Frauen, Schwangere, Invaliden – sie alle werden tabulos aufs Korn genommen. Lachen kann man darüber nur, akzeptiert man selbst die derbsten Szenen als albernen Cartoon-Spaß.
Das große Finale
Wo Dosenbier gezischt wird, tropft es aber leider auch. So sehr der Film das Bisherige abfeiern mag, fehlt ihm bei aller Nostalgie genügend Eigenständiges. Es kommen nur wenige originelle Sprüche und da fast alle der Szenen Bezug auf vorherige nehmen, bleibt ein dauerndes Déjà-vu nicht aus. Es reicht, um den Film zum gelungenen Spaß zu machen, doch in Zukunft wird es wenig Grund geben, sich ausgerechnet an diesen Teil zurück zu erinnern.
Der Film wirkt zudem uneins, denn der abrupte Wechsel vom Dorfduell zur Zombieschlacht erscheint unnötig überladen. Besser wäre es gewesen, hätte man es bei dem Wettkampf belassen und die Zombies stattdessen in einem dritten Teil verfrachtet. Der Zombie-Aspekt ist zudem nur schwach umgesetzt. Was eventuell Erinnerungen an Braindead oder Shaun of the Dead wecken soll, bleibt ohne Puls. Zu kurz und zu trashig sind die Szenen, die verzweifelt versuchen, den großen Showdown des ersten zu replizieren.
In technischer Hinsicht hat sich wenig getan. Auch der zweite Film ist eine günstige Produktion geworden, die sichtlich an jeder Ecke spart. Dennoch schreckte man nicht davor zurück, erneut zahlreiche Verfolgungsjagden, Explosionen und andere Effekte mit einzubauen. Trotz mauer Umsetzung hat all das stets einen annehmbaren, naiven Charme, weswegen man über die mangelnde Qualität in der Umsetzung hinweg sehen kann. Zu loben ist der Schnitt, denn während der erste Teil noch zahlreiche zähe Szenen hatte in denen zu wenig passierte, ist Teil 2 wesentlich lebendiger. Musikalisch gibt es selbstredend noch immer 90er Jahre Eurodance im Hardcore-Mix. So wie es die New Kids mögen.
Fazit
Christian Mester: Wie schon der Kino-Erstling ist auch New Kids Nitro grober Anarcho-Humor der untersten Schublade. Ist man sich des Humors noch unsicher, wirft man besser erst einmal einen Blick auf den Trailer, oder die eigensinnigen Webclips. Die Comedy der Niederländer ist weit härter als beispielsweise South Park.
Kennt, beziehungsweise, mag man die New Kids bereits, ist der Film ein Fest für Augen und Ohren. Vielleicht selbst kein neuer Kultfilm, aber eine ideale Verlängerung des ersten Teils. Dazu gibt es fraglos selten Filme, die live derart frenetisch im Kinosaal gefeiert werden.
(Zusammen mit den Kollegen des Filmmagazins bereitsgesehen.de stellt GameStar wöchentlich einen neu im Kino angelaufenen Film vor.)
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