Ein Kray ist ein Kray ist ein Kray?
Denn die Polarität zwischen Ronnie und Reggie ist so immens, das es im Film nur ansatzweise abgearbeitet werden kann. Während Reggie vor allem durch seine Lässigkeit und sein Aussehen die Frauen und das East-End für sich gewinnt, tut sich Ronny vor allem durch seine Borderline-Erkrankung und völlige Unberechenbarkeit hervor.
Tom Hardy, bekannt für seine Wandlungsfähigkeit, verkörpert beide Brüder so faszinierend authentisch, dass man oft überzeugt ist, dass nicht nur eine Person gleichzeitig zwei so unterschiedliche Charaktere darstellen kann.
Und trotzdem hätten wir uns gewünscht, dass sich Regisseur Helgeland vor allem in der zweiten Hälfte von Legend ein wenig mehr auf die Beziehung der Brüder zueinander, inklusive psychopathischer Wutanfälle beider Krays, konzentriert hätte. Denn so kratzt er nur an Hardys Potential, ohne dass sich der Schauspieler jemals richtig austoben darf.
Die Macht des Ausgleichs
Es ist recht einfach, die Swinging Sixties stilsicher und unbeschwert darzustellen. Selbst in einer Welt, in der sich zwei durchtriebene Brüder ein Gangster-Emperium aufbauen, das auf illegalen Machenschaften, Gewalt und mafiösen Strukturen fußt. Aber je weiter der Film fortschreitet, desto weniger wird Themen wie Gewalt, auch gegenüber Reggies Ehefrau Frances, Homosexualität in der Gesellschaft, oder Ronnies psychische Erkrankung auf den Grund gegangen.
Brian Helgeland setzt lieber auf die Begeisterung für den Stil der Sechziger und für Reginald, dem man aufgrund seines Charmes, jedes noch so bitterböses Vergehen verzeiht.
Dabei kann er sich zu keinem Zeitpunkt entscheiden, ob sein Werk nun mehr Drama oder Komödie sein will und so ergießt sich der Film in einer Aneinanderreihung von charismatischen, aber durchaus psychopatischen Taten der Brüder, ohne sie zu hinterfragen oder überspitzt in die Satire zu treiben. Was fehlt ist der Ausgleich zwischen Romantisierung und ernster Beschäftigung mit der Geschichte der Krays.
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