Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich The Outer Worlds zuletzt gespielt habe und obwohl ich mich an das Spiel als großartigen RPG-Titel erinnere, habe ich doch die meisten Details schon längst vergessen. Eines davon, oder besser gesagt eine der Charaktere, wird mir aber wohl immer in Erinnerung bleiben: Die Mechanikerin Parvati.
Das dürfte die meisten Fans des Spiels wohl auch nicht wundern, immerhin ist Parvati verdammt sympathisch. Naiv und unsicher, aber mit dem Herz am rechten Fleck und noch dazu im Kampf ziemlich nützlich. Nicht umsonst wurde sie neben Kate Dollarhyde auch von Chris L’Etoile geschaffen, der unter anderem Legion, Thane und Ashley Williams in Mass Effect 1 und 2 geschrieben hat.
Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt an Parvati, der mir persönlich nahegegangen ist: Sie ist asexuell und queerromantisch. Im Klartext bedeutet das, dass sie zwar kein Interesse an physischer Nähe hat, aber durchaus Beziehungen mit anderen Personen möchte, was ihr unbeholfener Crush auf die Ingenieurin Junlei mehr als deutlich macht.
Ich konnte nicht anders als mit ihr mitzufühlen, während sie sich durch eine Erklärung stotterte, wie sehr sie Junlei mag, sich aber gleichzeitig sorgt, dass die andere Frau aufgrund von Parvatis Desinteresse an Sex keine Beziehung möchte. Oder schlimmer noch erst eine Beziehung eingeht, um dann zu merken, dass es doch nicht für sie funktioniert.
Die besagte Stelle könnt ihr euch auch hier ansehen:
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Ein Charakter, in dem ich mich wiedererkenne
Repräsentation in Medien ist wichtig, nicht umsonst werden diese Worte immer wieder zitiert. Und inzwischen gibt es auch allerhand queere Geschichten im Mainstream. Was zu Zeiten von Mass Effect 1 noch ein riesiges Wagnis war, ist heute in vielen RPGs eine Selbstverständlichkeit. Geschichten von und mit explizit asexuellen Charakteren dagegen sind noch immer eine Seltenheit.
Oft wird es bestenfalls impliziert, etwa wenn Aloy in Horizon Zero Dawn jegliche Annäherungsversuche anderer Charaktere abwehrt. Aber ob sie nun asexuell, aromantisch oder einfach sehr fokussiert auf ihre Aufgabe ist, lässt die Story offen. Gibt es doch mal asexuelle Charaktere, sind diese oft auch nicht an Beziehungen interessiert – selten jedoch weil sie auch explizit aromantisch sind, sondern weil es noch immer das falsche Bild gibt, dass asexuelle Personen automatisch auch kein Interesse an Beziehungen haben.
Und genau das liebe ich an Parvatis Geschichte so, denn ihre Begleiterinnen-Quest ist eine Liebesgeschichte, bei der ihre Asexualität zwar eine Rolle spielt, aber nicht der entscheidende Faktor ist. Bis zum Ende hatte ich befürchtet, dass sich ihre Ängste doch bestätigen – immerhin kenne ich selbst genau solche Gedanken nur zu gut – und Junlei kein Interesse an einer Beziehung ohne Sex haben würde. Umso erleichterter habe ich dann aufgeatmet, als es anders kam.
Parvati ist dabei mehr als ein Maskottchen für Repräsentation. Sie ist ein komplexer Charakter, bei dem ihre sexuelle und romantische Orientierung nur ein Aspekt ihrer Persönlichkeit sind. Aber genau dadurch wirkt sie lebendig und gibt auch mir das Gefühl, gesehen zu werden.
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