Warum spielen so wenige Games in Deutschland? Ich will ein Roguelike auf Sylt!

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind als Spiele-Setting nur selten anzutreffen. Unser Autor Jonas ist der Meinung, dass sich das ändern muss.

Dungeons of Hinterberg zeigt, wie es klappen kann. Dungeons of Hinterberg zeigt, wie es klappen kann.

Ich liebe es, dass ich mit Spielen oft um die ganze Welt reisen kann. In GTA 5 jage ich dem American Dream in Hollywood hinterher, in Persona 5 Royal gehe ich in Tokyo zur Schule und in Hellblade 2 erkunde ich raue, isländische Landschaften aus der Perspektive einer Kriegerin.

Ausgerechnet meine eigene Heimat, also der deutschsprachige Raum, kommt dabei aber meistens zu kurz. Abgesehen von Fußballstadien und Rennstrecken sind es vor allem düstere Weltkriegs-Szenarien und historische Settings, die mich in virtuelle Versionen von Deutschland, Österreich und der Schweiz schicken. Wie cool alternative Ansätze sein können, hat mir jetzt das kürzlich erschienene Dungeons of Hinterberg gezeigt.

Dungeons of Hinterberg lässt euch in den Alpen Monster prügeln und Snowboarden Video starten 1:05 Dungeons of Hinterberg lässt euch in den Alpen Monster prügeln und Snowboarden

Dungeons of Hinterberg ist eine erfrischende Abwechslung

Dungeons of Hinterberg ist ein bunter Mix aus Zelda und Persona, der in den malerischen, oberösterreichischen Alpen spielt. Das Setting hat natürlich Einfluss auf die Umgebungen und Figuren, aber auch auf die verschiedenen Monster, die ich treffe. Die sind nämlich von alpiner Folklore inspiriert, wie uns Entwicklerin Regina Reisinger in einem Interview verraten hat.

Für die Designs hat sich das in Wien angesiedelte Studio Microbird Games alte Darstellungen und Kostüme von sogenannten Krampus- und Perchtenläufen, bei denen sich Leute im Dezember als Kreaturen verkleiden, zum Vorbild genommen. Die Inspiration für das hübsche Hinterberg kommt von real existierenden Orten wie Hallstatt (von dem es sogar eine lebensgroße Kopie des gesamten Ortes in China gibt), Bad Gastein, Bad Ischl oder Gmunden.

Dazu sagt Reisinger:

In Österreich gibt es viele Orte, die an sich eher klein sind, aber eine große
Tourismusindustrie, also sehr viele Gäste pro Jahr haben. Der Gedanke, dass an einem
solchen Ort plötzlich Magie, Monster und übernatürliche Dungeons auftauchen, hat uns
gefallen.

Dass wir in dieser Welt mit Hauptfigur Luisa selbst eine Touristin spielen, ist dabei kein Zufall. Die Idee dahinter war, dass man als Gast…

…einen Ort nochmals ganz anders und neu wahrnehmen kann. Wenn man auf Urlaub in einen anderen Ort fährt, muss man dort zuerst einmal alles von 0 auf kennenlernen - den Ort mit seinen Geschäften und Restaurants, das Umland, die anderen Menschen dort. Und in diesem Fall eben auch Magie, den Umgang mit einem Schwert, und die fantastischen Dungeons - alles Dinge, die man im Alltag so nicht erlebt.

Herausgekommen ist ein wirklich erfrischendes und unverbrauchtes Setting mit viel Lokalkolorit. Mir als Münchner mit den Alpen quasi im Hinterhof hat es viel Spaß gemacht, die Welt zu erkunden und die Charaktere kennenzulernen. Es ist einfach schön zu sehen, wie die eigene, bekannte Kultur auf positive und spannende Weise vermittelt wird. Und davon hätte ich gerne mehr!

Was das Spiel sonst so bietet, könnt ihr in unserem Test nachlesen:

Gebt mir mehr Spiele in Deutschland!

Die Weltkriege sind natürlich ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte und vermutlich noch immer das erste, an das Leute aus anderen Ländern denken. Abgesehen davon gäbe es aber so viele Möglichkeiten, um zu zeigen, wie Deutschland, Österreich und die Schweiz in der Gegenwart funktionieren.

Wie wäre es etwa mit einem Open-World-Adventure auf Sylt, nachdem durch einen Sturm der Kontakt zum Festland abgebrochen ist? Oder einer Art Luigis Mansion, das komplett in Schloss Neuschwanstein spielt?

Zürich sieht auch ohne Dungeons und Monster aus wie eine kleine Fantasy-Stadt und mit Wien und Berlin gibt es zwei riesige Metropolen voller Geschichte, die in Spielen bisher wenig bis gar nicht vorkommen. Stellt euch etwa ein Roguelike durch die Club-Szene von Berlin oder den Aufbau eures eigenen Kaffeehauses in Wien vor.

Die Möglichkeiten erscheinen endlos und nach dem Spielen von Dungeons of Hinterberg hätte ich wirklich Lust, noch mehr spannende Settings und Kulturen aus meiner direkten Umgebung zu erkunden.

Findet ihr Settings im deutschsprachigen Raum auch spannend oder eher langweilig? Welche Ideen hättet ihr für Spiele im Schwarzwald oder am Bodensee? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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