“Leon, help!” - Diese zwei Wörter, die untrennbar mit Präsidententochter Ashley Graham verbunden sind, haben sich in meinen Gehörgang eingebrannt. Für mich ist sie der nervigste NPC aller Zeiten und sorgt dafür, dass ich bei der Ankündigung des Resi 4-Remakes gemischte Gefühle hatte. Einerseits sieht das erste Trailermaterial super aus. Andererseits höre ich dann wieder Ashley in meinem Kopf und hoffe, dass sich in ihrem Fall nicht nur grafisch etwas tun wird.
Ein in die Jahre gekommener Klassiker
Um meine Erinnerungen aufzufrischen und für RE: Village in Stimmung zu kommen, habe ich Anfang letzten Jahres fünf ältere Resi-Teile noch mal ausgepackt, unter anderem auch Teil 4, den ich als einen der besten im Gedächtnis hatte.
Zu seiner Zeit hat das Spiel meiner Meinung nach genau die richtigen neuen Ansätze gewählt, darunter der Wechsel zur Schulterkamera, das actionreiche Gameplay, das reizvolle unheimliche Setting - und natürlich der kultige Händler.
Hier geht es zum Trailer des RE4-Remakes:
Trotzdem trat eine gewisse Ernüchterung ein, als ich mich durch die Mistgabel schwingenden Zombies ballerte. Die Steuerung fühlt sich inzwischen für mich sehr altmodisch an, gerade da Leon kein Multitasking-Experte ist. Schießen und Laufen gleichzeitig? Gibt’s für ihn nicht. Aber nach einigen Einstiegsschwierigkeiten konnte ich mich damit irgendwie arrangieren.
Störfaktor Ashley
Dagegen konnte ich mich mit Ashley nicht wieder anfreunden. Die Monster haben es allesamt nicht geschafft, dass ich mich unter dem Tisch verstecken wollte - Ashley schon. Natürlich hat sie sich seit meinem ersten Spieldurchlauf nicht verändert, aber ich habe inzwischen ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich bin verwöhnt von hilfreichen Begleiterinnen wie Elizabeth aus Bioshock: Infinite.
Ashley ist dagegen vor allem Expertin darin, sich in Lebensgefahr zu begeben. Gefühlt darf ich sie nicht mal einen Wimpernschlag lang aus den Augen lassen, weil sie sich sonst wieder von Kultisten schnappen lässt und mir so das ein oder andere Game Over beschert. Sie kann nicht kämpfen, sich nicht alleine befreien und nicht mal eigenständig ein Versteck suchen. Mit ihrem Geschrei motiviert sie mich daneben auch nicht, ihr zu helfen.
Wird die neue Ashley anders?
Zumindest will Capcom nicht nur bei der Grafik, sondern auch bei der Geschichte den Rotstift ansetzen. Wie kotaku.com berichtet, will das Entwicklerteam die “Resident Evil 4-Storyline, die wir alle kennen und lieben, für das Remake neu erfinden, aber die Essenz beibehalten”. Wir können also damit rechnen, dass die Handlung demselben roten Faden folgt, aber an Dialogen und einzelnen Szenen gefeilt wird.
Was wird sich ändern? Ich hoffe sehr darauf, dass Ashley uns nicht mehr so häufig anschreien wird, wünsche mir aber auch, dass sich die Interaktion mit ihr im Allgemeinen verändert: Dass wir mehr mit ihr zusammenarbeiten können und sie seltener retten müssen. Natürlich sollte sie im Remake auch nicht zur abgebrühten Revolverheldin mutieren. Das würde nicht zu ihrer Rolle passen.
Es geht auch besser: Doch beispielsweise Ellie aus The Last of Us zeigt, wie sich eine zunächst schutzbedürftige Person entwickeln kann: Einerseits zu mehr Eigenständigkeit, andererseits zu einem Menschen, den ich unbedingt beschützen will.
Ich hoffe also, dass bei Ashley sowohl spielmechanisch als auch in Sachen Charakter ein wenig nachgebessert wird, denn der Trailer konnte sich wirklich sehen lassen. Für mich kamen da Resident Evil 7- und 8-Vibes, vermischt mit dem Charme des Originals auf. Kommen dann noch eine moderne Steuerung und eine coolere Ashley hinzu, wäre es das Remake meiner Träume.
Alles über die Ankündigung des Remakes im Rahmen der State of Play erfahrt ihr hier.
Was haltet ihr von Ashley Graham? Denkt ihr, sie wird sich im Remake verändern?
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