»Ich liebe jede noch so weit hergeholte Handlung«
Das sagt Richmond Valentine (Samuel L. Jackson) in einem Moment, in dem die Handlung einen Punkt erreicht hat, der zwar völlig abgedreht, trotzdem aber zum Gesamtplot passt. Es ist erstaunlich, wie Vaughn die verschiedenen Erzählstränge miteinander verwebt. Eggsys Ausbildung, also die erste Hälfte des Films, rückt nach und nach in den Hintergrund. Dafür wird der Plan von Valentine immer deutlicher und drängt sich in den Vordergrund. Die Übergänge sind fließend, so dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile oder ein Bruch in der Geschichte auftauchen. Eingestreute Highlights, wie der Fallschirmsprung der Azubis oder Harts ungleicher Kampf gegen eine Horde Krimineller, setzen Akzente und sorgen für Abwechslung.
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Kingsman: The Secret Service - Der zweite Trailer zur Comicverfilmung
Bemerkenswert ist auch die Arbeit von Kameramann George Richmond. Die Kampfszenen sind atemberaubend schnell gedreht und geschnitten. Aber selbst in den Zeitlupenmomenten gönnt uns das Produktionsteam keine Ruhe - zu faszinierend ist der Umgang mit Personen, Umwelt und Action. Hinzu kommt dann noch eine ordentliche Menge an (unerwarteter) Gewalt und Gemetzel, wie in einer Szene in einer kleinen amerikanischen Dorfkirche. Da lacht man über die Skurrilität und kommt doch aus dem Staunen nicht heraus. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, dient Harry Hart (Colin Firth) als Waffe gegen die verrücktgewordenen Kirchgänger. Kingsman: The Secret Service ist dabei oft äußert brutal und blutig, was sich aber durch den schwarzen Humor wunderbar wieder relativiert.
Topbesetzte Agentenwelt
Colin Firth mimt Harry Hart als britischen Schnösel überzeugend. Vermutlich hätte keiner auch besser in die Rolle des steifen und charmanten Agenten, der es wirklich faustdick hinter den Ohren hat, gepasst. Gern oberlehrerhaft, dabei aber nie abfällig, ist er ein guter Meister für den völlig verzogenen Eggsy. Taron Eggerton zieht die Verwandlung vom rebellischen und ungehörigen Jungen aus dem Londoner Vorstadtmilieu hin zum Agentengentleman voll durch und man nimmt ihm die Wandlung in der kürze der Zeit trotzdem ab.
Die beiden sind ein eingespieltes Team, sowohl hinter, als auch vor der Kamera, was seinen ganz eigenen Charme versprüht. Neben Michael Caine als Kingsmen-Oberhaupt und Mark Strong als »Q«-Kopie Merlin, treten vor allem Samnuel L. Jackson und seine Assistentin (gespielt von Sofia Boutella), mit ihren scharfen Ersatzbeinen, in den Vordergrund. Selten war ein Bösewicht in einem Agentenfilm so überzogen und dabei so witzig wie in Kingsman. Die Rolle des blutphobischen Technikgenies mit Sprachfehler ist Samuel L. Jackson ein weiteres Highlight in Kingsman: The Secret Service.
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