Update vom 13. Februar 2020, 15:39 Uhr: Mittlerweile gibt es Entwarnung für Fans von Animal Crossing: New Horizons. Der Hinweis auf dem Jugendschutz-Siegel der amerikanischen Version, dass es In-Game-Käufe gibt, wurde jetzt entfernt. So sieht der Jugendschutz-Hinweis auf der offiziellen Seite jetzt aus:
Update vom 10. Februar 2020, 16:24 Uhr: Wir haben eine Anfrage an Nintendo geschickt, von dort gibt es jedoch keinen Kommentar zu der Angelegenheit.
Ursprüngliche Nachricht:
Schon am 20. März erscheint Animal Crossing: New Horizons für die Switch, und nach und nach werden immer mehr Details veröffentlicht. Ein Satz auf dem Jugendschutz-Siegel der amerikanischen Version lässt Fans jedoch stutzig werden, denn dort sind In Game-Käufe aufgeführt. Was kann das bedeuten?
Das ESRB (Entertaining Software Rating Board) funktioniert so ähnlich für Nordamerika wie die USK für uns. Ein Siegel zeigt nicht nur an, für welches Publikum das Spiel gedacht ist, sondern auch, welche Elemente im Spiel vor dem Kauf bekannt sein sollten. Hier werden beispielsweise Fluchen, Alkohol- oder Drogenkonsum oder Gewalt angegeben.
New Horizons hat natürlich nichts davon, die Sorgen der Fans rühren von einem ganz anderen Hinweis her. Denn neben der Empfehlung für alle Altersgruppen werden In Game-Käufe erwähnt (via nintendoeverything). Noch gibt es keine konkrete Definition seitens Nintendo, die das Siegel auf der offiziellen Animal Crossing Seite führen, es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten.
Möglichkeit 1: Nintendo Switch Online
Die Käufe könnten sich gar nicht auf die Spielinhalte selbst, sondern auf den Nintendo Switch Online-Service beziehen. Um Online mit bis zu acht Spielern auf unserer Insel herumzutollen, brauchen wir nämlich einen Account, und der ist kostenpflichtig.
Wenn wir also vom Spiel aus zur entsprechenden Seite weitergeleitet werden oder die Kaufoption direkt im Spiel ist, könnte genau das gemeint sein. Nintendo-Fans, die Mario Kart 8, Splatoon 2 oder Pokémon Schwert & Schild online spielen, kennen das bereits und dürften nicht groß überrascht sein.
Wie wahrscheinlich ist es? Dass wir Nintendo Switch Online brauchen, um online zu spielen, wurde bereits bestätigt. Ob das jedoch der einzige Grund für den Text auf dem Siegel ist, wissen wir nicht.
Möglichkeit 2: Erweiterungspass und DLC
Vielleicht sind aber auch konkrete Inhalte gemeint, die hinzugekauft werden, und sowohl kosmetische Items als auch neue Storyabschnitte oder Maps beinhalten können. Hier gibt es zwei unterschiedliche Beispiele.
Zum einen wäre da der Erweiterungspass von Fire Emblem: Three Houses, der Updates in vier Wellen garantierte. Während zunächst neue Maps und Offizierskostüme ausgerollt wurden, kommt mit dem Fahle Schatten-DLC tatsächlich ein neuer Storyabschnitt, der vier neue Schüler und damit auch vier neue Klassen mitbringt. Der Erweiterungspass liegt bei 25 Euro.
Für Animal Crossing-Fans würde es von der Idee her gut passen, denn immerhin durchleben wir im Spiel unterschiedliche Jahreszeiten und besondere Kostüme für Weihnachten, Ostern oder den Valentinstag sind denkbar.
Doch was das Gameplay angeht, könnte es fatale Auswirkungen haben: Schließlich basiert Animal Crossing zu großen Teilen darauf, dass wir Dinge auf der Insel sammeln oder craften und dann mit anderen Bewohnern tauschen. Wenn man diese Items nicht nur erspielen, sondern auch erkaufen müsste, geriete ein Grundaspekt des Spiels aus der Balance.
Eine andere Version wären die DLC von Pokémon Schwert & Schild. Die umfassen neue Gebiete mit neuen Pokémon, Naturzonen und Kostümenund erscheinen im Sommer und Herbst 2020. Aktuell liegen die bei 30 Euro.
Wie wahrscheinlich ist es? Optionale DLC wären definitiv eine Option. Bei Fire Emblem findet sich ebenfalls der Hinweis auf dem ESRB-Siegel und die meisten gehen davon aus, dass hier der Erweiterungspass gemeint ist. Der hat meistens keinen Einfluss auf die Mechaniken des Hauptspiels, erweitert jedoch das Repertoire. So würden Nicht DLC-Besitzer bei einem Besuch auf einer fremden Insel Items erspähen, die sie nicht kennen. Ob das die Fans erfreut, ist jedoch eine andere Sache.
Möglichkeit 3: Miktrotransaktionen
Die letzte Möglichkeit schleicht sich ein, wenn wir an den Mobile Titel Animal Crossing: Pocket Camp denken. Dort konnten wir ganz normal spielen und uns Items erspielen. Doch wenn wir nicht die Geduld oder Zeit hatten, genug In Game-Währung zu erwirtschaften, um die seltenen, nur für begrenzte Zeit erhältlichen Items abzustauben, konnten wir auch einfach ein bisschen Währung kaufen.
Später wurde der App noch der Pocket Camp Club, ein bezahlter Mitgliedsservice, eingeführt, der uns Glückskekse (quasi Lootboxen in Pocket Camp), mehr Lagerplatz für unsere Items oder einen Helfer für die Verwaltung unseres Camps zur Seite stellt.
Mikrotransaktionen in einem AC-Hauptspiel wären ein definitiver Streitpunkt für die Fans. Genau wie bei kosmetischen Items in DLC geht in vielen Punkten gegen den Grundgedanken eines Spiels, in dem wir alles, was wir brauchen, selber bauen oder ertauschen.
Wie wahrscheinlich ist es? Nicht sehr wahrscheinlich. Zum einen ist New Horizons im Gegensatz zu Pocket Camp ein Vollpreistitel, kostet also bereits schon Geld. Zum anderen gibt es noch ein praktisches Problem: Mikrotransaktionen verlangen eine Online-Anbindung und die haben viele nicht, wenn sie mit der Switch in Bus oder Zug unterwegs sind.
Was jetzt genau hinter dem Ausdruck steckt, konnten wir nicht ausreichend klären. Wir haben jedoch bei Nintendo nachgefragt und updaten diesen Artikel, sobald wir Neues erfahren.
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