In einem Interview mit der Branchenwebseite Games Industry International sprach Greg Zeschuk der frühere Chef des Entwicklerstudios BioWare unter anderem über die Veränderung der Spieleindustrie und welchen Einfluss die NextGen-Konsolen Xbox (720) und PlayStation 4 darauf nehmen werden. Klassische Vollpreistitel aus dem Laden würden nach und nach von digitalen Inhalten, Free2Play-Titeln und Mobil-Anwendungen verdrängt - und daran würden die neuen Konsolen von Microsoft und Sony auch wenig ändern, so Zeschuk.
Im Hinblick auf das Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republic, das nach Startschwierigkeiten auf ein Free2Play-Modell umgestellt worden war, sagte Zeschuk: »Was klassische Retail-Spiele angeht, befindet sich der Markt in einer Krise. Digitale Inhalte nehmen stark zu, füllen aber nicht wirklich die Lücke, die der Retail-Markt hinterlässt. Viele verstehen das digitale Geschäft nicht, häufig wird es zu sehr vereinfacht. Für mich ist das kein großes Problem, da The Old Republic noch immer läuft und sich offenbar als Free2Play-Spiel gut macht.« Damit spricht Zeschuk bereits den Kernpunkt an und führt weiter aus: »Ein wichtiger Punkt für uns war das Geschäftsmodell - Abonnements mit monatlichen Kosten ziehen nicht mehr. Intern habe wir es den 'letzten Dinosaurier' genannt.«
Zeschuk sieht nicht nur den Markt klassischer Vollpreistitel in der Krise, sondern hält auch den digitalen und mobilen Markt für instabil. Dass man in der Branche alle Hoffnungen auf die neuen Konsolen setze, hält er für überzogen: »Im aufstrebenden Markt mit Mobilgeräten wird zwar eine Menge Umsatz gemacht, die Gewinne bleiben aber hinter dem Konsolenmarkt zurück. Jeder setzt die Hoffnung auf die NextGen-Konsolen, aber ich glaube nicht, dass sie eine besondere Veränderung bewirken können.« Sollte es Sony und Microsoft mit der PS4 und der neuen Xbox nicht gelingen, etwas ganz Großes »aus dem Hut zu zaubern«, mit dem noch niemand gerechnet hat, glaubt der Ex-BioWare-Boss nicht an neue entscheidende Impulse für den Retail-Markt. »Ich glaube nicht, dass das passieren wird - der Markt ist nun mal so, wie er ist.«
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